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 Die Legende der Sterntänzer

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BeitragThema: Die Legende der Sterntänzer   So Okt 31, 2010 4:01 pm


So wie die Legende es sich erzählt gab es einmal eine zierliche, kleine Stute, welche sich nach der Auflösung ihrer Herde, den Pferden der Nacht, auf den Weg machte, um die Berufung ihrerseits zu finden und den Lebensinhalt gesagt zu bekommen. Der Abend war kalt, eine dicke Schneedecke bedeckte den Nadelwald und alles Leben schien ausgestorben. Die Fuchsstute, welche man zu Herdenzeiten Eisblume rief, empfand nach der traurigen Auflösung ihrer Herde nichts mehr für ihren Namen und die dazu gehörige Kälte, den Schnee und den Winter. Was hatte es nur für ein Ende genommen?
Sie verzog ihre Brauen und blies die Luft kräftig durch die geblähten Nüstern hinaus, eine dicke Dampfwolke stieg empor und verfing sich in den großen Tannen über dem Kopf der Stute. Die Stute schüttelte den kleinen Kopf, sie wollte nicht mehr an das schreckliche Unglück denken, welches ihr ihre gesamte Herde und ihren geliebten Abendsturm ihr nahm. Ihren Stürmi. Immer hatte sie an das Happy End geglaubt, hatte geglaubt sie würde es nun mit den Pferden der Nacht finden, sie war sich sicher gewesen, dass sie es gefunden hatte, endlich hatte sie das Glück in den Hufen gehalten. Aber es währte nicht lange, schon entriss man es ihr wieder. Wie eiskalte Blitze schossen die Namen der Pferde, ihrer Freunde, ihrer Herdenbestandteile wieder durch ihren Kopf.
Abendsturm, Kalahari, Hope, Morningstar, Malika, Mayflower, Dajan, Kimina, Passion, Meteor, Ahorisha Liziuzayani, Luzifer, Rancorrado. Und sie Eisblume. Sie wollte nicht mehr so heißen, nein! So hatte sie gehießen, als sie noch eine Herde hatte, sie hatte so geheißen, weil es dazu gehört hatte. Nun war sie herdenlos und namenlos. Ja, ohne Identität.
Der Nadelwald schien sich zu lichten, grelles Licht stach in ihre empfindlichen Augen und blendete sie für einen endlos langen Moment. Immer wieder blinzelte sie, bis das Bild vor ihren Augen ein wenig klarer wurde. Noch wenige Schritte, dann würde die kleine Stute sehen, was dort so hell war. Schweigend blieb sie in ihrem langsamen Tempo und erreichte den Waldrand. Für einen Moment blieb ihr die Luft weg, so atemberaubend war der Anblick der sich der Stute bot. Das war das Schönste, was sie gesehen hatte, seit... Energisch schnaubte sie, nein, das war nicht der Gedankengang den sie nun denken wollte. Vor ihren Augen hatte sich eine wundersame Lichtung aufgetan, sie zog sich in sanften Hüglen wie eine kleine Oase zwischen dem dichten Nadelwald entlang. Der Boden war von dem Schnee bedeckt, welcher im falen Mondlicht glitzerte wie tausende Juwelen. Vorsichtig, als könnte sie etwas zerstören, stieg die Haflingerstute auf den höchsten Hügel und legte den Kopf in den Nacken, um in den pechschwarzen Nachthimmel hinauf zu schauen, welcher nur vom Mond und von tausenden Sternen erhellt wurde. Der Mond verschwand immer wieder hinter einigen Wolken, er hatte nicht wirklich die Chance alles in sein Licht zu tauchen, doch die Sterne blieben hell und funkelten ihr entgegen.
Es war das Bild, was sich ihr am Himmel bot, welches die kleine Stute so fesselte. Sie musste zweimal hinsehen, dreimal, doch wohl wahr, dort oben bildeten 13 Sterne ein perfektes Pferd. Eine Träne löste sich aus dem Augenwinkel der Stute und gefror auf ihrer Wange zu Eis. Das dort oben, das wusste sie, das war ihre Herde, es gab keinen Zweifel. Dreizehn Pferde vereint zu einem Großen. Und was fehlte war sie.
Stöhend sank die Stute auf den kalten Schnee und legte den Kopf nieder, der ihr so schwer geworden war. So plötzlich fühlte sie sich matt und müde, erschöpft von Monaten voller Trauer und Angst, voller Sehnsucht und ungestillter Leidenschaft. Sie wusste, dass wenn sie jetzt schlief, sie morgen erfroren sein würde, doch sie schloss sie Augen und seufzte genießerisch. Das war das, was sie wollte.
Seit diesem Abend strahlen am Himmel nicht mehr dreizehn Pferde zu einem großen Pferd, sondern vierzehn. Denn was ihnen fehlte, war ihr Auge, das Auge welches wachte und kontrollierte. Seit diesem Abend rast jeden Winter, am selben Tag, um dieselbe Uhrzeit eine Sternschnuppe über den Himmel und die Sterne scheinen zu tanzen.
Was fehlte war sie, sie die Sternentänzerin.

-

Vim streifte seit wenigen Wochen durch den endlosen Nadelwald, der Schnee fiel jeden Tag höher und die Nächte wurden so bitterkalt, dass er allenfalls am Tag in der Mittagssonne schlafen konnte, wenn er nicht erfrieren wollte. Der Schnee hatte sich zu Klumpen in seinem dichten Behang, in seinem Schweif und seiner Mähne verfangen und die Beine taten ihm weh, er wollte und konnte nicht mehr und er sah auch keinen Anreiz überhaupt noch weiter zu existieren.
Er wollte keine Herde finden, er wollte sich nicht wieder unterordnen und den braven Hengst spielen, er wollte sein eigener Chef sein und die Welt strahlend unter ihm behalten. Er wollte wiehern und allen da draußen zeigen, wer die Macht hatte und der Schönste war. Heller und heller wurde das Licht vor seinen Augen, er blinzelte kurz, dann stapfte er interessiert weiter, er wollte sehen, was dort vorne war. Schlimmer als der Tod könnte es ja sowieso nicht sein und selbst mit dem würde es der Hengst aufnehmen. Der Schnee wurde höher, die Bäume standen nicht mehr so dicht, bis sie schließlich ganz endeten und den Blick frei gaben auf eine Lichtung aus sanften Hüglen, welche sich dem verhangenen Mond und den eindrucksvollen Sternen entgegen streckten.
Der Hengst verharrte einen Augenblick und ließ das Ganze auf sich wirken, so etwas Eindrucksvolles und Ergreifendes hatte er in seinem Leben noch nicht gesehen und er war sich sicher, dass er das auch nicht mehr sehen würde, das hier das war wie Fantasie. Vielleicht mit einer unstillbaren Sehnsucht nach Schönheit und Vollkommenheit gepaart. Aber es war ganz eindeutig so.
Er erklomm den höchsten der Hügel, in der Hoffnung er würde den Himmel berühren können, um die Vollkommenheit auf sich zu übertragen, doch seine Wünsche wurden nicht erhört, stattdessen sah er etwas ganz anderes. Vierzehn Sterne hatten am Himmel ein Pferd gebildet, so kraftvoll, so voller Energie und Vitalität, so schön, dass er scharf die eiskalte Luft einsog und den Himmel lange betrachtete. Ohne Vorwarnung raste der vierzehnte Stern, das Auge des Pferdes, als Sternschnuppe über den Himmel und es schien, als stünde der Himmel für wenige Sekunden in Flammen.
Und dann war ihm klar, was er tun musste, um irgendwann einmal glücklich und vollkommen zu sein, wie diese Sterne da oben, denn er war sich sicher, dies waren einmal alle Pferde gewesen. Und so ein Stern wollte er auch werden. Er musste eine Herde grünen, wider allen Problemen, Schwierigkeiten und Gefühlen, das war das Mittel zum Ziel und eine Stimme in seinem Kopf sagte ihm, dass sich nun viel zum Guten ändern würde. Wie ein Blitz traf ihn diese Erkenntnis.
"Sterntänzer", flüsterte er in die schwarze Nacht.

(ich hoffe es geht klar, dass ich die Namen der PdN verwendet habe, so bleiben sie uns in Erinnerung)
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